Architektur und Erinnerung
Angebot zum „Tag des Friedhofs“ 2026
Am bundesweiten „Tag des Friedhofs“ – stets am dritten Sonntag im September – war der Volksbund in Hessen wie jedes Jahr auch 2026 wieder mit einem eigenen Angebot an der Veranstaltung auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beteiligt. Am 20. September folgten trotz starkem Regen knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung des Landesverbandes zu einem Rundgang über die Kriegsgräberfelder des Hauptfriedhofs.
Kriegsgräber als Zeugnis der Stadtgeschichte
Mit über 60.000 Gräbern ist der Hauptfriedhof der größte Friedhof in Frankfurt am Main. In seinem östlichen Teil befinden sich ausgedehnte Kriegsgräberfelder. Hier sind annähernd 6.700 Menschen bestattet: Männer, Frauen und Kinder aus Deutschland und anderen Ländern, die ihr Leben durch die Weltkriege des 20. Jahrhunderts oder als Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verloren haben.
Die Kriegsgräberfelder des Hauptfriedhofs sind ein herausragendes Zeugnis der Frankfurter Geschichte im 20. Jahrhundert. Sie erinnern dauerhaft an die historischen Ereignisse, durch die die hier bestatteten Toten ihr Leben verloren haben. Thema der Führung am „Tag des Friedhofs“ 2026 war jedoch vor allem, wie sich der Umgang mit den Gräbern durch die Frankfurter Stadtgesellschaft vom Ersten Weltkrieg bis heute verändert hat. Besonders augenfällig wird dies am Wandel der Architektur, die mit Denkmälern und durch die Gestaltung der Gräberfelder greifbare Formen kollektiven Erinnerns geschaffen hat.
Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt
In der Führung durch Dr. Götz Hartmann, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Volksbunds in Hessen, wurden Ergebnisse aus dem historischen Forschungsprojekt vorgestellt, in dem der Landesverband seit 1999 die Geschichte der hessischen Kriegsgräberstätten aufarbeitet. Der Frankfurter Hauptfriedhof war 2018 und 2019 Schwerpunktthema im Projekt, in das bis heute 16 hessische Kriegsgräberstätten aufgenommen wurden.
Als Vertreter des Landesverbandes Hessen nahm Vorstandsmitglied Tore May, zugleich stellvertretender Bundesschatzmeister, an der Führung teil und nutzte die Gelegenheit, die Arbeit im Forschungsprojekt zu würdigen und den aktuellen Stand der Dinge im Transformationsprozess des Volksbunds zu schildern. Die Sammlung am Ende der Veranstaltung erbrachte 148,90 Euro.
(Text: GH, 24.09.2026)