Meldungen aus dem Landesverband Hessen
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Die NS-Krankenmorde in der Landesheilanstalt Merxhausen

Oberst a.D. Jürgen Damm sprach über ein wichtiges Kapitel des Eco Pfades Friedenspädagogik in Bad Emstal

Eine Gruppe Menschen steht im Kreis auf einem Parkplatz

Maike Bartsch

In seinem Amt als Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Hessen im Volksbund, aber auch mit der Expertise als langjähriger Präsident der Aktion für behinderte Menschen Hessen e. V., leitete Oberst a. D. Jürgen Damm am 20. September eine Veranstaltung zum Thema „Euthanasie“ in Merxhausen. 

Nach einer Begrüßung und Einleitung von Stefan Frankfurth, Vorsitzender der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Habichtswald und ehemaliger Bürgermeister von Bad Emstal, berichtete Damm von der Entstehungsgeschichte des Eco Pfades Friedenspädagogik. Außerdem ließ er seine Gäste wissen, was ihn bis heute antreibt, über die schrecklichen Verbrechen der Nazis zu berichten. Nach einer ersten Schilderung der ideologisch begründeten Gräuel gegenüber sogenannten „Ballastexistenzen“ – gemeint waren körperlich und geistig behinderte Menschen und vermeintlich unheilbar Kranke – sagte Damm sehr eindringlich: „Ich habe da schon gelebt! Es hätte mich auch getroffen, wenn ich als Kind eine Einschränkung gehabt hätte!“ Die Eindringlichkeit, mit der der Oberst außer Dienst seine ehrenamtlichen Einsätze rahmt, resultiert auch aus seiner Zeitzeugenschaft.
 

Tatort Merxhausen

Im nächsten Teil der Veranstaltung ging Damm auf die Gegebenheiten vor Ort ein. Die Rolle der Heilanstalt in Merxhausen war Thema, außerdem einzelne Schicksale, an die der Eco Pfad erinnert. Beispielhaft genannt sei hier die Kasseler Kammersängerin, Pianistin und Komponistin Luise Greger, die wegen einer Altersdemenz und sich verschlechterndem Gesundheitszustand nach Merxhausen kam und durch bewusste Vernachlässigung in der sogenannten „stillen Euthanasie“ ums Leben kam. 

Seine eindrücklichen und nachhallenden Ausführungen beschloss Jürgen Damm mit einer kleinen Friedensandacht in der Klosterkapelle auf dem Gelände der ehemaligen Heilanstalt.

Die Veranstaltung wurde verwirklicht in Kooperation mit der vhs Kassel und der Gedenkstätte Breitenau.

Text: Dr. Maike Bartsch