Meldungen aus dem Landesverband Hessen

Erinnerung an die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges

Reservisten setzen in Idstein ein Zeichen gegen Antisemitismus

Oberstleutnant d. R. Jörg Fried bei seiner Ansprache auf dem jüdischen Friedhof in Idstein. Sven Abschinski

„Vor 90 Jahren erschien ein Buch mit dem Titel ‚Ein Gedenkbuch‘, herausgegeben vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. In diesem Buch sind alle jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs namentlich erfasst.

In seinem Grußwort – stellvertretend für den Reichwehrminister – nennt der Chef der Wehrmachtsabteilung die gefallenen jüdischen Soldaten ‚treue und echte Söhne unseres deutschen Volkes‘. Zehn Jahre später wurde in der Wannseekonferenz die systematische Vernichtung der Juden beschlossen. Dabei war keine Rede mehr von treuen und echten Söhnen des deutschen Volkes, sondern nur noch von "unwertem Leben“.

Mit diesen Worten leitete Oberstleutnant d.R. Jörg Fried und Delegierter des Volksbundes Hessen seine Ansprache auf dem jüdischen Friedhof in Idstein ein. Der Einladung der Reservistenkameradschaft (RK) Idstein zur Kranzniederlegung dort am Volkstrauertag waren neben zivilen Gästen auch eine große Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Idstein gefolgt. In diesem Gedenkjahr der Wannseekonferenz war es der RK Idstein in enger Abstimmung mit dem Landesverband jüdischer Gemeinden in Hessen ein besonders Anliegen, ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

„Aus Idstein ließen sechs jüdische Soldaten ihr Leben im Ersten Weltkrieg. Ihnen gedenken wir heute besonders – so wie den jüdischen Frontkämpfern und Ihren Familien, die in Konzentrationslagern ermordet wurden.“ Während der Niederlegung eines Kranzes mit der Widmung „Unseren jüdischen Kameraden“ ertönte das Lied von treuen Kameraden. Im Anschluss legten die Gäste – nach jüdischer Tradition – kleine Kieselsteine auf die Gräber im Gedenken an die Toten.

Text: Erich Fried

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