Kein klassischer Soldatenfriedhof
Auf der Kriegsgräberstätte in der Ebene westlich von Bensheim ruhen annähernd 2.000 Tote des Zweiten Weltkriegs. Die meisten von ihnen waren deutsche Soldaten, die kurz vor Kriegsende bei Kämpfen mit der US-Armee in Süddeutschland getötet wurden. „Bensheim-Auerbach ist jedoch kein klassischer Soldatenfriedhof, sondern eine Sammelgrabanlage für unterschiedliche Gruppen von Toten – und damit eine typische Kriegsgräberstätte aus der Zeit der frühen Bundesrepublik“, erklärte Götz Hartmann.
In den Jahren um 1960 wurden viele dieser Friedhöfe angelegt. Zeitungsberichte betonten damals häufig, dass im Tod alle Menschen gleich seien. Der Titel der Führung am 8. Mai 2026 zitierte die Redensart jedoch mit einem Fragezeichen: 600 ausländische Tote sind ebenfalls in Bensheim-Auerbach begraben, vor allem Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, sowjetische Kriegsgefangene und „Displaced Persons“ (DPs). Auch die Gräber von 26 Kindern, deren Mütter Zwangsarbeiterinnen waren oder nach Kriegsende in DP-Lagern lebten, befinden sich hier.