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Meldungen aus dem Landesverband Hessen
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Projekttage der Weidigschule Butzbach

Spurensuche auf der Kriegsgräberstätte Nieder-Weisel

Schülerinnen und Schüler der Weidigschule erkunden die Kriegsgräberstätte Nieder-Weisel. Volksbund/Landesverband Hessen


In den vergangenen zwei Wochen besuchte die 10. Jahrgangsstufe der Butzbacher Weidigschule die Kriegsgräberstätte Nieder-Weisel. Fünf Klassen begaben sich auf Spurensuche und setzten sich mit der Geschichte der hier bestatteten Kriegstoten auseinander.

Auf der Kriegsgräberstätte Butzbach Nieder-Weisel ruhen 519 Tote des Zweiten Weltkrieges - die meisten von ihnen waren deutsche Soldaten, die bei Kämpfen in den letzten Kriegswochen verstorben sind. Aber auch sowjetische Kriegsgefangene, polnische und sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie deutsche Zivilisten, die bei Luftangriffen ums Leben kamen, sind hier bestattet. Sie alle verstarben zwischen 1944 und 1945, sie waren zwischen zwei und 74 Jahren alt. Unter den deutschen Kriegstoten sind die Jahrgänge 1920 bis 1929 auffallend häufig vertreten.

Angelegt wurde die Kriegsgräberstätte im April 1945 von der US-Armee, die zunächst auch ihre eigenen Toten hier bestatteten. Die US-amerikanischen Kriegstoten wurden bereits bis Sommer 1945 auf die Kriegsgräberstätte Margraten in den Niederlanden verlegt oder in die Heimat überführt. In den 1950er Jahren wurde die Kriegsgräberstätte durch den Volksbund umgestaltet. Neben den ausländischen Toten, die zuvor auf einem separaten Gräberfeld bestattet waren, wurden auch Kriegstote aus dem ehemaligen Landkreis Friedberg nach Nieder-Weisel überführt.

Im Anschluss an die Spurensuche auf der Kriegsgräberstätte ging es in der Schule mit inhaltlicher Gruppenarbeit weiter: anhand historischer Dokumente beispielsweise über Kriegsgefangenschaft, Zwangsarbeit und die Luftangriffe auf Butzbach sowie durch die Biografien der Menschen, die in Nieder-Weisel bestattet sind, konnten die Schülerinnen und Schüler tiefer in die Thematik eintauchen und über die Geschichte ihrer Heimat lernen.

Wiebke Bathe Referentin für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit