Meldungen aus dem Landesverband Hessen
Meldungen aus dem Landesverband Hessen

„Riga – Deportationen – Tatorte – Erinnerungskultur“

Ausstellung des Riga-Komitees im Korbacher Bürgerhaus

Schulklasse bekommt eine Führung durch die Riga-Ausstellung in Korbach

Jürgen Damm führt eine Elektriker-Klasse der Berufsschule Korbach durch die Riga-Ausstellung Jürgen Damm


Vom 04. bis 14. November konnten diverse Schulklassen und Interessierte aus der Öffentlichkeit im Korbacher Bürgerhaus die Ausstellung „Riga – Deportationen – Tatorte – Erinnerungskultur“ besuchen. Nach der feierlichen Eröffnung durch den Bürgermeister von Korbach, Stefan Kieweg, und den Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes Hessen im Volksbund, Oberst a.D. Jürgen Damm, war die Ausstellung zu mehreren Terminen bis 14. November für die Öffentlichkeit zugänglich.

Das Riga-Komitee wurde 2000 auf Initiative des Volksbundes und 13 deutscher Großstädte gegründet, um das Gedenken an dieses düstere Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte zu bewahren. Über 25.000 Menschen aus dem gesamten damaligen Reichsgebiet wurden ab 1941 nach Riga deportiert – auch aus Korbach. Deshalb trat die Hansestadt dem Komitee 2023 als 76. Mitglied bei und engagiert sich seitdem für die Aufarbeitung und das Gedenken an diese Verbrechen.   

Besonders engagiert beteiligt an der Konzeption und Durchführung der Ausstellung waren die 20 Schülerinnen und Schüler der Geschichtswerkstatt der Alten Landesschule Korbach. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Dr. Marion Lilienthal ergänzten sie die Wanderausstellung des Riga-Komitees durch eine eigene Plakatausstellung, welche besonders auf die Einzelschicksale der Korbacher Jüdinnen und Juden einging, die nach Riga deportiert wurden.
 

Besuch eines Hinterbliebenen

Ein bewegender Moment für die Schülerinnen und Schüler der Alten Landesschule war der Besuch von Richard Oppenheimer. Seine Mutter Erika Mannheimer überlebte das Rigaer Ghetto, sprach jedoch zeitlebens nicht über ihre schrecklichen Erfahrungen. Erst nach ihrem Tod fand Oppenheimer ihre privaten Aufzeichnungen und veröffentlichte sie als Broschüre.

Über 100 Schülerinnen und Schüler, sowie zahlreiche interessierte Erwachsene sahen die Ausstellung. Oberst a.D. Damm, der die Schulklassen und Interessierten durch die Ausstellung führte, zog ein positives Fazit und zeigte sich zufrieden und motiviert durch das große Interesse: „Die Riga-Ausstellung hat mir wieder gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir hinschauen und unsere Stimme erheben, wenn Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit und Angriffe auf unsere freiheitlich demokratische Grundordnung sich – auch nur im Ansatz – zeigen!“