Meldungen aus dem Landesverband Hessen

Volksbund bestürzt über Vandalismus auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

Landesverband bietet „Antifaschist*innen“ Diskussion über Extremismus, Nationalismus, Rassismus und willkürliche Gewalt an

Der Vorstand des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist bestürzt über den Farbanschlag, der am 11. August 2022 auf das Kriegstoten-Denkmal des Frankfurter Hauptfriedhofs verübt wurde. Auf der Online-Plattform „Indymedia“ hat sich eine Gruppe von „Antifaschist*innen“ anonym zu dem Anschlag bekannt.

Bauwerk von 1928
Das Denkmal, ein zum Himmel offener und von Wasser umgebener Rundbau nach einem Entwurf des Architekten Hermann Senf, wurde 1928 von der Stadt Frankfurt am Main zum Gedächtnis ihrer Toten des Ersten Weltkriegs errichtet. Die Skulptur des „Liegenden Kriegers“ im Innern des Bauwerks stammt vom Bildhauer Paul Seiler. Seit einer Umgestaltung im Jahr 1957 ist das Denkmal auch der Erinnerung an die Toten des Zweiten Weltkriegs gewidmet.

Tote der Weltkriege und Opfer der NS-Herrschaft
In den Kriegsgräbern des Frankfurter Hauptfriedhofs ruhen die sterblichen Überreste von rund 6.700 Menschen – Männern, Frauen und Kindern aus Deutschland und anderen Ländern –, die ihr Leben in den Weltkriegen und als Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verloren haben. Das „Gräbergesetz“ der Bundesrepublik Deutschland legt fest, dass ihre Grabstätten ohne zeitliche Befristung erhalten und gepflegt werden müssen. Für die Grabpflege zuständig ist die Stadt Frankfurt am Main.

Kriegsgräberfelder auf dem Frankfurter Hauptfriedhof
Die großen Gräberfelder für die Toten der Weltkriege auf dem Frankfurter Hauptfriedhof entstanden jeweils in den Kriegsjahren 1914–1918 und 1939–1945. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielten sie in späteren Umgestaltungen, an denen nach dem Zweiten Weltkrieg neben der Stadt Frankfurt auch die Bundesrepublik Deutschland, das Land Hessen und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beteiligt waren.

Aufgabe des Volksbunds
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist eine humanitäre Organisation. Der gemeinnützige Verein widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Im Inland wird diese Aufgabe von den Kommunen wahrgenommen, in denen sich Kriegsgräber befinden.

Der Volksbund gestaltet öffentliches Gedenken und sucht nach Wegen dialogischen Erinnerns, um unterschiedliche historische Erfahrungen und Erinnerungskulturen unserer europäischen Nachbarn kennenzulernen und zu verstehen. Darüber hinaus unterstützt der Verband das würdige Andenken an alle, die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft waren.

Engagement in Jugend- und Bildungsarbeit
Seit fast 70 Jahren organisiert der Volksbund im Rahmen einer engagierten Jugend- und Bildungsarbeit vielfältige Begegnungen sowie den Austausch unter jungen Menschen in Europa und vermittelt gemäß seinem Leitbild die Werte von Menschenrechte, Demokratie und Frieden. Der Angriffskrieg auf die Ukraine ist für den Volksbund ein Angriff auf die Werte, für die er sich in allen Bereichen seiner internationalen Jugend- und Bildungsarbeit einsetzt. Unter dem Motto „Gemeinsam für den Frieden“ organisiert der Volksbund internationale Begegnungen und engagiert sich dafür, dass junge Menschen europaweit in Frieden aufwachsen können.

Der Volksbund fördert die Begegnung und die historisch-politische Bildung an Kriegsgräberstätten. In seinen Workcamps, Begegnungs- und Bildungsstätten sowie vielfältigen Projekten im In- und Ausland regen die vielen Ehrenamtlichen zur Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Ereignissen an. Die Bildungsangebote richten sich insbesondere an junge Menschen aus dem In- und Ausland, an Schülerinnen und Schüler, Studierende und Berufstätige. In seiner Bildungsarbeit vermittelt der Volksbund den Wert von Menschenrechten, Demokratie und Frieden und klärt über Extremismus, Nationalismus, Rassismus und willkürliche Gewalt auf.

Volksbund in Hessen bereit zum Dialog
Der Vorstand des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge lädt die Personen, die den Farbanschlag auf dem Frankfurter Hauptfriedhof verantworten, zu einem offenen Dialog ein. „Wir fühlen uns unserem Motto 'Gemeinsam für den Frieden' verpflichtet und würden deshalb gerne mit der Gruppe über unsere Arbeit diskutieren. Denn wir sind an einer echten Debatte interessiert, die auch gerne kontrovers sein kann“, betont der Landesvorsitzende Karl Starzacher. Gewalt, auch in Form von Sachbeschädigung wie aktuell am Frankfurter Kriegstoten-Denkmal, lehne der Landesverband dagegen strikt ab.

Weitere Informationen zu den Kriegsgräbern auf dem Frankfurter Hauptfriedhof:
Unterseite des Landesverbandes Hessen zu: Kriegsgräber auf dem Frankfurter Hauptfriedhof
Meldung vom 06.05.2021: Neue Informationstafel für den Frankfurter Hauptfriedhof
Videobotschaft zum 08.05.2021 von Frankfurts Kulturdezernentin "Eindrucksvoll und aufwendig recherchiert"

 

 

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