Meldungen aus dem Landesverband Hessen

Vortrag von Nicole Tödtli am 22.3.2022: „Von Amts wegen abgemeldet.“

Jüdische Bürger*innen in Kassel 1933–1945. Ein Gedenkprojekt

 

Nicole Tödtli vom Stadtarchiv Kassel Andrea Berninger-Raabe

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus hatte der Landesverband Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Kooperation mit dem Stadtarchiv Kassel zu einer Vortragsveranstaltung geladen.

Die Schweizerin Nicole Tödtli, zuletzt in den Arolsen Archives tätig und seit Sommer 2021 für ein zweijähriges Projekt am Kasseler Stadtarchiv beschäftigt, stellte ihre Forschungen zu Jüdinnen und Juden aus Kassel vor, die zwischen 1941 und 1943 aus der Stadt vertrieben worden waren. Ihre Forschungsarbeiten ergänzen und aktualisieren das 1986 von Beate Kleinert und Wolfgang Prinz publizierte Gedenkbuch „Namen und Schicksale der Juden Kassels 1933–1945“.
Tödtli zeigte anschaulich und anhand mitgebrachter Folien, wie sie die massenhaften Daten aus Archiven, digitalen Datenbanken und anderen Quellen „bändigt“ und zu neuen Erkenntnissen zusammenführt.

Maike Bartsch, Regionalbeauftragte Hessen Nord im Landesverband, hatte schon in ihrer Begrüßung auf die Gemeinsamkeiten von Nicole Tödtlis Arbeit und der Herangehensweise des Volksbundes im Rahmen seines Bildungsauftrags aufmerksam gemacht: Die Bildungsarbeit des Volksbundes auf außerschulischen Lernorten - zumeist Kriegsgräberstätten - fokussiert immer Einzelschicksale, geht von Biographien einzelner Menschen aus. Nicole Tödtli konnte in ihrem Vortrag vermitteln, wieviel mehr es bedeutet, wenn hinter nüchternen Zahlen menschliche Schicksale sichtbar werden.

Von diesen Erkenntnissen und Einblicken profitierten auch die Konfirmanden unter der Leitung von Herrn Vikar Rudi Heiligenthal, die bereits im Vorfeld und zur Vorbereitung auf den Vortrag einen kleinen inhaltlichen Einstieg erhalten hatten. Sie nahmen mit einer Gruppe von neun Personen an der Veranstaltung teil.

Gekommen waren des Weiteren neben VIPs aus Politik und Kultur auch einige Berufs- und Hobbyhistoriker, die teilweise schon mit Nicole Tödtli zusammengearbeitet und ihre aktuellen Forschungen unterstützt hatten.
In der sich dem Vortrag anschließenden Diskussions- und Gesprächsrunde wurde unter anderem an den anwesenden Leiter des Stadtarchivs Dr. Stephan Schwenke appelliert, man möge eine Verlängerung der Forschungsmittel für das laufende Projekt unterstützen und die wichtigen Recherchen weiterhin protegieren – ein deutlicher Beleg für die Anerkennung, die das Forschungsprojekt von der interessierten Öffentlichkeit erfährt.

Für die Gastfreundschaft der Markuskirche, in der der Vortrag stattfinden konnte, dankt der Landesverband Hessen herzlich, ebenso für das rege Interesse der Stadtöffentlichkeit und die lebhafte Teilnahme an der Gesprächsrunde im Nachgang zum Vortrag.

Text: Maike Bartsch

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