Meldungen aus dem Landesverband Hessen
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Was wäre wenn?

Zentrale Gedenkstunde des Landes Hessen zum Volkstrauertag

Die Schülerinnen und Schüler der Liebigschule Frankfurt und des Sint-Goodelievecollege Gistel, gemeinsam mit Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck (hinten Mitte), Stadtrat Dr. Bernd Heidenreich (hinten, Dritter von rechts), Landeskommandeur Brigadegeneral Holger Radman (rechts) und dem Landesvorsitzenden, Karl Starzacher (hinten, Vierter von rechts) Volksbund/Landesverband Hessen

„Was wäre wenn …? Wat als …? What if …?“  Diese Frage stellten sich Schülerinnen und Schüler der Liebigschule Frankfurt am Main und des Sint-Godelievecollege Gistel in Belgien zum diesjährigen Volkstrauertag am 16. November 2025 – 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Die zentrale Gedenkstunde des Landes Hessen fand am vergangenen Sonntag in der Frankfurter Paulskirche statt.

Für die Stadt Frankfurt begrüßte Stadtrat Dr. Bernd Heidenreich, die Gedenkrede sprach Prof. Dr. Roman Poseck, Hessischer Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz.

In seiner Gedenkrede erinnerte Innenminister Roman Poseck an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren und die Menschen, die durch die beiden Weltkriege, durch Gewaltherrschaft und Terror ihr Leben verloren haben. Dabei verwies er auf die besondere Verantwortung Deutschlands: „Unser Land steht für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde. Diese Werte sind das Vermächtnis derer, die vor uns litten, kämpften und starben. Sie sind die Lehren aus den von Deutschland begonnenen Weltkriegen, die in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts fürchterliches Leid über die Menschheit gebracht haben. Gerade deshalb sind wir aufgerufen, die Werte zu schützen und weiterzutragen“, so der Innenminister.

Im Hinblick auf gegenwärtige Kriege und Konflite betonte Innenminister Roman Poseck die Bedeutung der Wehrhaftigkeit unserer Gesellschaft und dankte der Bundeswehr für ihre Arbeit und ihren Einsatz für unsere Freiheit und unsere Grundwerte. „Ich will es deutlich machen“, so Poseck, „je wehrhafter wir sind, umso unwahrscheinlicher ist es, dass wir Opfer eines Angriffs werden.“

Für die Erinnerung an die Weltkriege und die Lehren, die wir aus diesen ziehen, sei der Volkstrauertag auch heute von Bedeutung. Dieser weise auf unsere demokratische Verantortung hin, unsere Pflicht zur Zivilcourage und dafür, dass wir uns jeden Tag für ein friedliches Zusammenleben einsetzen, so Innenminister Roman Poseck.

„Erinnerung ist Teil unserer demokratischen Kultur. Sie macht uns sensibel für die Gefahren von Ausgrenzung, von Gewalt und von menschenverachtenden Ideologien. In Zeiten, in denen Rassismus, Antisemitismus und gewaltverherrlichende Ideologien wieder aufkeimen, ist es entscheidend, an die Lehren der Vergangenheit zu erinnern. Wir dürfen nicht wegsehen, wenn Menschenrechte verletzt und Gewalt ausgeübt werden.“

Prof. Dr. Roman Poseck, Hessischer Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Die Schülerinnen und Schüler der Liebigschule Frankfurt und des Sint-Godelievecollege Gistel in Belgien verarbeiteten in ihrem Beitrag ihre Gedanken und Erfahrungen eines gemeinsamen Schüleraustauschs. Dieser führte sie Anfang des Jahres zunächst an Gedenk- und Erinnerungsorte des Ersten Weltkrieges in Flandern. Dort besuchten sie Kriegsgräberstätten unterschiedlicher Nationen, darunter auch die deutsche Kriegsgräberstätte Vladslo. Die Schicksale der jungen Soldaten, kaum älter als sie selbst, berührten die Schülerinnen und Schüler ganz besonders.
In Frankfurt standen der Zweite Weltkrieg im Mittelpunkt, aber auch die Erinnerungskultur der Gegenwart. Wie gehen wir mit dem Geschehenen heute um? Wie gehen wir miteinander um?

Denn fast noch wichtiger als die historische Auseinandersetzung war den Schülerinnen und Schülern das gegenseitige Kennenlernen und die Gemeinschaft. Eine Überzeugung haben dabei alle Teilnehmenden gewonnen: dass aus europäischen Nachbarn Freunde geworden sind.

„Für uns, die beschützt leben, ist vieles fern. Anderswo herrscht Krieg. Man hat sich daran gewöhnt. So sollte es definitiv nicht sein. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Frieden und Menschenleben universal anerkannt und geschätzt werden. Darum lässt sich eins immer wieder wiederholen: Nie wieder Krieg.“

Schülerinnen und Schüler der Liebigschule Frankfurt
Landesverband Hessen Landesgeschäftsstelle