Auf der Kriegsgräberstätte Bensheim-Auerbach ruhen rund 2.000 Tote des Zweiten Weltkrieges. Die meisten von ihnen waren deutsche Soldaten, die kurz vor Kriegsende bei Kämpfen mit der US-Armee ums Leben kamen. Aber auch ausländische Kriegstote sind hier bestattet - Kriegsgefangene, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie „Displaced Persons“ (DP).
Ihren Anfang nahm die Kriegsgräberstätte in einem provisorischen Friedhof, der im April 1945 von den US-Streitkräften angelegt wurde - 2.722 US-Soldaten wurden hier bestattet, bevor diese noch im Verlauf desselben Jahres exhumiert und auf amerikanische Kriegsgräberstätten umgebettet wurden. Auf zwei angrenzenden Grabfeldern wurden sowohl Tote aus weiteren alliierten Staaten - ein Teil von ihnen wurde in den Folgejahren ebenfalls in die Heimatländer überführt - als auch deutsche Gefallene bestattet.
Ende 1945 übergaben die Amerikaner die Verwaltung der beiden Gräberfelder an die Stadt Bensheim. In den 1950er Jahren wurden die zuvor getrennten Grabareale zu einem gemeinsamen Friedhof ausgebaut und weitere Tote aus der Umgebung von Bensheim wurden zugebettet. Die Kriegsgräberstätte Bensheim-Auerbach wurde 1957 eingeweiht.
Bildungsangebote
Der Landesverband Hessen hat die Geschichte der Kriegsgräberstätte Bensheim-Auerbach in seinem Forschungsprojekt wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Ergebnisse dieser Arbeit bilden die Grundlage für die pädagogischen Angebote für diese Kriegsgräberstätte, das Jugendliche anleitet, sich mit der Geschichte ihrer Region zur Zeit des Nationalsozialismus kritisch auseinanderzusetzen. Exemplarische Einzelschicksale und historische Hintergründe zur Anlage der Kriegsgräber bieten hierfür zahlreiche Anknüpfungspunkte.
Folgende Schwerpunkte werden im Rahmen einer Führung oder eines Projektages behandelt: Zweiter Weltkrieg und Nationalsozialismus, Kriegsende in der Region, Kriegsgefangenschaft, Zwangsarbeit, Gedenk- und Erinnerungskultur.
Führung oder interaktive Spurensuche (Dauer 1-2 Stunden, max. 35 Personen, ab 14 Jahren)
Projekt- oder Seminartag(e) mit Spurensuche oder Führung und vertiefender Gruppenarbeit (Dauer 5–6 Stunden, max. 35 Personen, ab 14 Jahren)
Wir bieten selbstverständlich auch Führungen für Erwachsenengruppen an!
Ein geringer Unkostenbeitrag wird erhoben.