Der Zweite Weltkrieg in Frankfurt: Spuren auf dem Hauptfriedhof

Führung des Volksbunds Hessen zum „Tag des Friedhofs“ 2025

Am bundesweiten „Tag des Friedhofs“ – stets am dritten Sonntag im September und in Frankfurt 2025 „Tag der Führungen“ genannt – ist der Volksbund in Hessen auch in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Angebot an der Veranstaltung auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beteiligt. 

Verlustreichster Krieg der Geschichte

Vor 80 Jahren endete in Europa und Asien der Zweite Weltkrieg, mit über 60 Millionen Toten der verlustreichste Krieg in der Geschichte der Menschheit. In allen betroffenen Ländern und Gesellschaften hat dieser Krieg tiefe Wunden geschlagen und enorme Zerstörungen hinterlassen. Den 80. Jahrestag des Kriegsendes von 1945 nimmt der Volksbund in Hessen zum Anlass, seine diesjährige Führung am „Tag des Friedhofs“ den Spuren des Zweiten Weltkriegs auf dem Frankfurter Hauptfriedhof zu widmen. 

Über 4.000 Tote aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sind auf den Kriegsgräberfeldern des Hauptfriedhofs bestattet: deutsche Soldaten und ausländische Kriegsgefangene, vor allem aber Zivilisten: Frankfurter Luftkriegstote, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Häftlinge in Konzentrationslagern und Gefängnissen sowie „Displaced Persons“, außerdem über 300 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen, die ermordet wurden, weil ihr Leben in der Ideologie der nationalsozialistischen „Rassenhygiene“ für „lebensunwert“ erklärt wurde.

Zu den Spuren des Zweiten Weltkriegs auf dem Hauptfriedhof zählen aber nicht nur die Gräber der Toten. Historisch bedeutsam ist ebenso – und auch dies ist dort sichtbar –, wie sich der Umgang mit den Gräbern durch die Frankfurter Stadtgesellschaft seit 1945 verändert hat. In diesem Wandel des Gedenkens an die Toten des Krieges und die Opfer der NS-Herrschaft spiegelt sich die langsame, oft gegen Widerstände durchgesetzte Anerkennung historischer Schuld ebenso wie ein wachsendes Bewusstsein für die aus ihr herrührende Verantwortung.

Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt

In der Führung stellt Dr. Götz Hartmann, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Volksbunds in Hessen, exemplarische Schicksale von Toten des Zweiten Weltkriegs an deren Gräbern vor. Präsentiert werden Ergebnisse aus dem historischen Forschungsprojekt, mit dem der Volksbund in Hessen seit 1999 die Geschichte der Kriegsgräberstätten aufarbeitet. Der Frankfurter Hauptfriedhof war 2018 und 2019 Schwerpunktthema im Projekt, in das bis heute 16 hessische Kriegsgräberstätten aufgenommen wurden. 

Die Führung beginnt am Sonntag, dem 21. September 2025, um 13 Uhr und dauert etwa 90 Minuten. Treffpunkt ist die Rasenfläche hinter der Trauerhalle im Eingangsbereich des Hauptfriedhofs (Haupteingang Eckenheimer Landstraße 194). Wir empfehlen festes Schuhwerk!

Kontakt

Dr. Götz Hartmann Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt