Zum Hauptinhalt springen
Veranstaltungen aus dem Landesverband Hessen
Veranstaltungen aus dem Landesverband Hessen

“Die Freundschaft zwischen den Menschen erfordert die Liebe zur Natur“

Abschlussveranstaltung auf dem Ginkgo-Hain Kassel

Ginkgo-Blatt Botschaft BW

Botschaft eines Projektteilnehmers der Bundeswehrfachschule Kassel Volksbund, Viola Krause

Am vergangenen Freitag brachte der Landesverband Hessen im Volksbund auf dem Ginkgo-Hain Kassel ein 15-jähriges Projekt zu einem vorläufigen Abschluss. Durch die Unterstützung zahlreicher Sponsorinnen und Sponsoren wurden hier seit 2011 über 40 Bäume als lebendiges Symbol für die Hoffnung auf Frieden gepflanzt. 

Die Begrüßungsrede hielt Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller, der selbst zu den diesjährigen Baumpaten zählt. Er lobte das Friedensprojekt, das bereits unter der Ägide seines Vorvorgängers, Oberbürgermeister a. D. Bertram Hilgen begann: „Es ist einiges hier entstanden und gewachsen. Es sind Bäume die in den Himmel wachsen – in den Himmel wachsen für das, wofür sie symbolhaft stehen: für Frieden, für Versöhnung, für einen respektvollen Umgang untereinander. Das ist ein fantastisches Projekt!“
 

Mensch, Natur und Hoffnung

„Die Freundschaft zwischen den Menschen erfordert die Liebe zur Natur“: Diesen Denkspruch hat Herr Dr. Schoeller für seine Patenschaftsplakette gewählt. In seiner Ansprache erklärte er, warum ihm gerade diese Worte wichtig sind: „Damit möchte ich einfach darauf aufmerksam machen, dass es eine enge Verknüpfung gibt zwischen der Verbindung der Menschen zur Natur, dem Respekt, den man unseren natürlichen Lebensgrundlagen gegenüberbringt und der Einstellung und auch des Charakters mit dem wir uns als Menschen begegnen.“

Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden macht dem Oberbürgermeister vor allem auch die Jugendarbeit des Volksbundes. Insbesondere in Anbetracht der gegenwärtigen geopolitischen Krisen hält er es für besonders wichtig, „dass immer wieder in das Bewusstsein gerückt wird, was eigentlich Krieg bedeutet und dass das Motiv der Versöhnung über den Gräbern hochgehalten wird und, angepasst an die heutige Zeit, vermittelt wird.“

81 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki - Jürgen Damm erinnert an die Symbolik des Ginkgo

Nach Oberbürgermeister Dr. Schoeller, der auch der Kreisvorsitzende des Volksbundes in Kassel ist, ergriff der Ehrenvorsitzende des Landesverbandes Hessen im Volksbund, Oberst a. D. Jürgen Damm das Wort. Er hatte den Ginkgo-Hain seinerzeit als Mit-Initiator aus der Taufe gehoben und hob noch einmal die historisch-symbolische Bedeutung des Ginkgo-Baumes als Friedenszeichen hervor. Vor genau 81 Jahren und einem Tag, am 6. August 1945 hatten die Amerikaner über der japanischen Großstadt Hiroshima die Atombombe „Little Boy“ gezündet. Drei Tage später, am 9. August 1945, wurde eine zweite Bombe mit dem Namen „Fat Man“ über Nagasaki abgeworfen. Beide Städte wurden nahezu vollständig zerstört, über 200.000 Menschen wurden getötet. Und doch, so erinnert Herr Damm, die Ginkgo-Bäume im Shukkei-en-Garten in Hiroshima, nur etwa einen Kilometer vom Nullpunkt der Atomexplosion entfernt, überstanden die Katastrophe und schlugen bereits im Frühjahr 1946 wieder frische Triebe aus. Sie gaben den Menschen neue Hoffnung auf eine bessere Zukunft. 

Auch für uns heute hat der Ginkgo-Baum diese Bedeutung, so Damm: „Trotz aller Düsternis in dieser Welt, kann auch uns der Ginkgo zu einem Symbol werden und Hoffnung geben auf eine bessere, eine friedlichere Welt! Wir müssen nur bereit sein für Demokratie, für die Verwirklichung der Grundrechte unseres Grundgesetzes, für die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen als Gottes Ebenbild zu kämpfen.“

Der Ginkgo-Hain wächst noch einmal

Im Anschluss überreichte der Landesvorsitzende des Volksbundes in Hessen, Staatsminister a. D. Karl Starzacher, die Patenschaftsurkunden an die diesjährigen Stifterinnen und Stifter. Neben Oberbürgermeister Dr. Schoeller sind dies Regierungspräsident Mark Weinmeister, der Stadtdekan Dr. Michael Glöckner, Frau Paula Steger und Frau Viola Krause, die Landesgeschäftsführerin des Volksbundes in Hessen. Ein Friedensgebet des stellvertretenden Stadtdekans Dietrich Hering rundete die Veranstaltung ab.

Im Anschluss an die Veranstaltung hatten die Gäste die Möglichkeit, den Friedensbotschaften einer Projektgruppe von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehrfachschule Kassel eigene Friedensbotschaften hinzuzufügen, diese an die Leine zwischen den Bäumen zu hängen und sich in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen. 

Wir danken allen, die diesen besonderen Tag mit uns gefeiert haben. Besonderer Dank gilt unseren Kooperationspartnern, dem Gartenamt Kassel, der Friedhofsverwaltung Kassel, sowie allen Patinnen und Paten, die dieses Projekt erst möglich gemacht haben.

Möge der Ginkgo-Hain Kassel insbesondere für zukünftige Generationen ein Ort der Entspannung, der Reflexion und der Hoffnung sein.