Der „Russenfriedhof“ Klein-Zimmern – ein Ort widerstreitender Gedenkkulturen

Führung über die Kriegsgräberstätte

Versteckt in Feldern und hinter Gebüsch, auf den ersten Blick ein Idyll: Auf einem abgelegenen Friedhof im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind mehr als 400 sowjetische Kriegsgefangene begraben. Zwischen 1941 und 1945 starben sie im benachbarten Lazarett Klein-Zimmern, oft unter elenden Umständen. 

Die Geschichte der Kriegsgräberstätte stellt Dr. Götz Hartmann, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, am Samstag, 05. September 2026, ab 10 Uhr in einer geführten Exkursion vor (Treffpunkt: St. Josephshaus Kinder- und Jugendhilfezentrum, Burgstraße 5, 64846 Klein-Zimmern).

Als Name der Gräberstätte bei Klein-Zimmern bürgerte sich umgangssprachlich die Bezeichnung „Russenfriedhof“ ein. Tatsächlich sind hier nicht nur Russen, sondern Angehörige von 21 Völkern der Sowjetunion bestattet.

Für die Gemeinde Klein-Zimmern, beauftragt mit der Pflege der Gräber, war der Kriegsgefangenen-Friedhof zunächst eine wenig willkommene Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkriegs und buchstäblich eine Herausforderung. Die Exkursion beleuchtet die Praktiken des Erhaltens und Erinnerns, die sich um die Gräberstätte entwickelt haben. Seit Jahrzehnten stehen sie in Wechselbeziehung mit rechtlichen Vorgaben, politischen Erwartungen und öffentlichen Debatten, die von außen auf sie einwirken.

Die Führung ist eine Kooperationsveranstaltung des Volksbunds Hessen mit der Volkshochschule im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Schlussdatum für An- und Abmeldungen ist der 26.08.2026. Die Teilnahme kann nur über die Internetseite der Volkshochschule Darmstadt-Dieburg unter folgendem Link gebucht werden: https://vhs.ladadi.de/kurssuche/kurs/01-01-6162.

Der Fußweg vom St.-Josephshaus zur Kriegsgräberstätte und zurück beträgt etwa zwei Kilometer. Wir empfehlen festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung!