Meldungen aus dem Landesverband Hessen

Neue Informationstafel für den Frankfurter Hauptfriedhof

Der Landesverband dokumentiert die Ergebnisse seiner historischen Forschung

Götz Hartmann, Landesverband Hessen

Auf einer neuen Informationstafel dokumentiert der Volksbund in Hessen seine Forschungsergebnisse zu den Kriegsgräbern auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Die Tafel am Vorplatz des zentralen Kriegstoten-Ehrenmals vermittelt die Geschichte der umliegenden Gräberfelder und stellt 32 exemplarische Schicksale von Kriegstoten des Hauptfriedhofs dar. Der Frankfurter Hauptfriedhof stand 2018 und 2019 im Mittelpunkt des Forschungsprojekts, mit dem der hessische Landesverband seit 1999 die Geschichte der Kriegsgräberstätten aufarbeitet.

Einzelschicksale als Zugang zu historischen Themen

Die Präsentation von Einzelschicksalen, die aus historischen Quellen rekonstruiert wurden, ist Teil des Informationskonzepts, das der Landesverband zur Dokumentation seiner Forschungsergebnisse entwickelt hat. Ziel ist, aus jeder der unterschiedlichen Gruppen von Toten einer Kriegsgräberstätte mindestens eine exemplarische Lebensgeschichte vorstellen zu können. »Der Volksbund in Hessen begreift Kriegsgräberstätten heute auch als Lernorte der historisch-politischen Bildung. In unserer Bildungsarbeit machen wir immer wieder die Erfahrung, dass sich die Besucherinnen und Besucher von Kriegsgräberstätten besonders für die individuellen Schicksale der dort bestatteten Toten interessieren und darüber einen persönlichen Zugang zu historischen Themen finden können«, sagt der Landesvorsitzende Staatsminister a. D. Karl Starzacher.

32 von 6.700 Schicksalen

In den Kriegsgräbern des Frankfurter Hauptfriedhofs ruhen die sterblichen Überreste von annähernd 6.700 Menschen aus Deutschland und anderen Ländern, die ihr Leben in den Weltkriegen und als Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verloren haben. »Die 32 Toten, deren Schicksale wir rekonstruiert haben, starben als Soldaten und Krankenschwestern, im Luftkrieg, als Kriegsgefangene, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, als KZ-Häftlinge, Opfer der NS-'Euthanasie' und als 'Displaced Persons'. Auch das zwei Monate alte Kind einer Zwangsarbeiterin gehört zu ihnen«, sagt Dr. Götz Hartmann, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landesverbands das Forschungsprojekt betreut. Zwei weitere Tote, deutsche Soldaten des Ersten Weltkriegs, sind auf dem jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße im Süden des Hauptfriedhofs bestattet.

Alternative Präsentationsform aus denkmalrechtlichen Gründen

Die rekonstruierten Einzelschicksale dokumentiert der Volksbund in Hessen üblicherweise auf Stelen an den Gräbern der Toten, so etwa auf dem Kasseler Hauptfriedhof oder auf der Kriegsgräberstätte in der Klosterruine Arnsburg bei Lich. »Dieses Konzept konnten wir aus denkmalrechtlichen Gründen in Frankfurt nicht umsetzen. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, die neue Informationstafel zweiseitig zu gestalten und die Einzelschicksale auf der Rückseite darzustellen«, erklärt Volksbund-Landesgeschäftsführerin Viola Krause. Farbige Punkte auf einem Lageplan zeigen an, wo sich die Gräber der Toten befinden.

Überarbeitetes und erweitertes Informationsangebot

Die neue Tafel ersetzt eine frühere am selben Standort, die bereits grundlegende Informationen zu den Kriegsgräbern des Frankfurter Hauptfriedhofs vermittelte. Sie wurde 2005 als Abschluss der ersten Arbeitsphase im Forschungsprojekt aufgestellt. In der zweiten Arbeitsphase 2018/2019 kamen neue Erkenntnisse hinzu. Der Text der aktuellen Tafel wurde daher neu formuliert und gegenüber der alten Tafel erweitert.

Feierliche Übergabe am 8. Mai pandemiebedingt verschoben

Die feierliche Übergabe der neuen Informationstafel an die Öffentlichkeit, die ursprünglich für den 8. Mai 2021 vorgesehen war, kann aufgrund der aktuell geltenden Bestimmungen zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus leider nicht stattfinden. Sie soll in geeigneter Form zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

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