Meldungen aus dem Landesverband Hessen

Kriegsgräberstätte in Bad Homburg v. d. Höhe wird neuer Schwerpunkt im historischen Forschungsprojekt

Foto: LV Hessen

Die Kriegsgräberstätte auf dem Waldfriedhof Bad Homburg v. d. Höhe wird neuer Arbeitsschwerpunkt im historischen Forschungsprojekt des Landesverbands Hessen. Dabei soll vor allem geklärt werden, unter welchen Umständen die sterblichen Überreste eines ranghohen SS-Generals 1954 auf die Anlage umgebettet wurden. Der aktuelle Forschungsstand des Landesverbands zur Kriegsgräberstätte ist jetzt auf seiner Internetseite dokumentiert.

Der Waldfriedhof wurde 1920–1922 von der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe angelegt. Von Anfang an befand sich hier eine Gräberstätte für Lazaretttote des Ersten Weltkriegs. Im Zweiten Weltkrieg und über sein Ende hinaus wurden in ihrem Umfeld weitere Kriegstote beigesetzt, vor allem deutsche Soldaten und zivile Luftkriegsopfer, aber auch ein ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

1949 begann der Volksbund mit einer architektonisch ambitionierten Neugestaltung der Anlage. Dabei erhielt sie ihre heutige bauliche Form. Der umgestaltete Friedhof wurde 1951 eingeweiht. Heute sind 148 Kriegstote hier bestattet, unter ihnen Karl v. Treuenfeld, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS.

Als Kommandeur der 1. SS-Infanterie-Brigade war Karl v. Treuenfeld 1942 an der mörderischen Kriegführung gegen die Zivilbevölkerung in Weißrussland beteiligt. In US-Gefangenschaft im heutigen Stadtallendorf wurde er 1946 damit konfrontiert, dass die USA ihn wegen Verdachts auf Kriegsverbrechen suchten und die Sowjetunion seine Auslieferung verlangte. Karl v. Treuenfeld nahm sich daraufhin das Leben. Er wurde zunächst in Stadtallendorf begraben und acht Jahre später nach Bad Homburg v. d. Höhe umgebettet.

Auf die Problematik der Grabsituation aufmerksam geworden, engagiert sich der Landesverband seit 2019 dafür, die Hintergründe der Umbettung aufzudecken und zu ermitteln, welche Rolle der Volksbund dabei spielte. Zeit- und Arbeitskapazitäten waren aber bisher noch durch andere Forschungsvorhaben gebunden. Dies soll sich nun ändern. Um die Kriegsgräber auf dem Bad Homburger Waldfriedhof als Schwerpunkt im Forschungsprojekt bearbeiten zu können, wurden die ursprünglich geplanten Recherchen zu einem anderen Friedhof zunächst zurückgestellt.

Die Untersuchung wird sich jedoch nicht auf den Fall v. Treuenfeld beschränken. Entsprechend den Prinzipien des Forschungsprojekts wird die Gräberstätte als Ganzes in den Blick genommen. Vor allem sollen exemplarische Schicksale weiterer Kriegstoter rekonstruiert werden. Berücksichtigt wird auch die Stellung der Anlage im Rahmen der Bautätigkeit des Volksbunds, um 2021, wenn sich ihre Neueinweihung zum 70. Mal jährt, ein Gesamtbild ihrer Geschichte vorstellen zu können.

Sind Sie Zeitzeugin oder Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs in Bad Homburg v. d. Höhe und können Informationen zur Geschichte der Kriegsgräberstätte beisteuern? Haben Sie Menschen gekannt, die  dort begraben sind, und möchten uns von ihren Schicksalen berichten? Bitte sprechen Sie uns an!

Sie erreichen unsere Landesgeschäftsstelle unter der Telefonnummer 069 944907-0 oder per E-Mail unter hessen@volksbund.de

Forschungsprojekt »Kriegsgräberstätten in Hessen«:

Sie erreichen unseren wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Götz Hartmann unter der Telefonnummer 069 944907-14 oder per E-Mail unter goetz.hartmann@volksbund.de

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