Meldungen aus dem Landesverband Hessen

"Nie wieder Krieg?"

Zwischen Anspruch und aktueller Wirklichkeit: Die Arbeit für den Frieden

Aktionstag gegen Krieg und Gewalt Viola Krause

Seit der gestrigen Nacht ist die Nachricht über den Krieg in der Ukraine allgegenwärtig. Faktisch findet dieser Krieg zwei Flugstunden entfernt von uns statt. Mit dem völkerrechtswidrigen Einmarsch russischer Soldaten in die Ukraine hat etwas begonnen, von dem wir alle hofften, es in Europa nicht (mehr) erleben zu müssen.

Weil wir nach dem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland und dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine einmalige Phase des Friedens erleben durften, hofften wir alle, dass mit der Erinnerung an Gewaltherrschaft und Krieg deren Wiederkehr in Europa ausgeschlossen sei. Seit gestern wissen wir, diese Hoffnung war trügerisch.

Hätten wir es besser wissen können?

Wir hätten es besser wissen können, da Krieg und Gewalt auch hierzulande nie wirklich abwesend waren. Menschen litten an den Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und des Weltkrieges, sie waren und sind konfrontiert mit berechtigten Fragen von Schuld, Verstrickung und (Mit-)Täterschaft, ebenso mit dem Terror, Mord und menschenfeindlicher Gewalt unserer Tage. Sie fühlten mit den Menschen, die hierzulande und in anderen Ländern von Krieg, Gewalt und Terror betroffen waren. Jetzt fühlen wir alle mit den Menschen in der Ukraine.  

Während dieser gesamten Friedensphase starben Menschen durch die Hand anderer Menschen. Meistens starben diese jedoch in Kriegen, die woanders stattfanden. Kinder, Frauen und Männer starben bei der Suche nach einer Zuflucht auf dem Landweg und im Mittelmeer. Viele strandeten letztlich dort, wo man ihnen den Zutritt in friedliche Gesellschaften verwehrte oder sie nicht weiterziehen ließ. Sie leben und sterben in ihren von Krieg und Gewalt gekennzeichneten Ländern, in die sie entweder zurückkehrten, weil sie keine Alternative hatten, und sie sterben in Flüchtlingslagern auf der ganzen Welt.

Haben wir die Augen vor der Realität verschlossen?

Krieg, Gewalt und Terror begleiteten also auch diejenigen Generationen der Bundesrepublik Deutschland, die das Privileg hatten, in einer Lebensphase aufzuwachsen, die bis gestern gekennzeichnet war durch Frieden, Freiheit und das Zusammenwachsen in Europa. Dass diese Phase einmal enden könnte, wollten sich viele von uns nicht vorstellen. Nun sind wir alle mit der aktuellen Wirklichkeit konfrontiert. Millionenfach bezahlen Menschen auf der ganzen Welt für unfriedlich ausgetragene Konflikte mit dem Wertvollsten, das sie haben: ihrem Leben. Frieden, Freiheit und Demokratie waren und sind stets gefährdet. Wie sehr, sehen wir derzeit am Beispiel der Ukraine.

Die Bilder, die nun via Internet und Fernsehen in unser friedliches Zuhause gespült werden, sind die ewig gleichen Bilder des Krieges. Es sind Bilder der Angst und des Schmerzes, diese bezeugen Gewalt, Tod und Verderben, zeigen getötete und flüchtende Menschen und bringen Zerstörung einstiger Lebensräume, Häuser und Landschaften zu uns. Wo das endet, wissen wir.

Es endet bei Gräbern, die später einmal von dem Scheitern der Menschen und den unheilvollen Taten zeugen. Gräber, die als Kriegsgräber nach dem Ende der militärischen Auseinandersetzung von Krieg und Gewalt erzählen und nachwachsende Generationen an deren Folgen und die Schicksale derjenigen Menschen erinnern, die dort ihr Leben verloren haben. 

Die ernüchternde Erkenntnis ist: Menschen sind scheinbar nur begrenzt fähig, friedlich miteinander zu leben. Der Arbeit für den Frieden werden wir uns trotzdem weiter widmen. Es gibt keine Alternative dazu. Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind heute bei den Menschen in der Ukraine. 

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