Meldungen aus dem Landesverband Hessen
Meldungen aus dem Landesverband Hessen

Auf den Spuren der (eigenen) Vergangenheit

Auszubildende der Bundeswehr erkunden das Mahnmal in der Kasseler Karlsaue

Soldaten vor der mahnenden Treppenanlage

Soldaten vor der mahnenden Treppenanlage Maike Bartsch


Zwei Ausbildungslehrgänge der Bundeswehr, Abteilung Schnelle Kräfte, haben in der zweiten Juniwoche mit dem Landesverband Hessen im Volksbund das Kasseler Mahnmal besucht. Die Gedenkstätte bietet, einmal entschlüsselt, reiche Einblicke in die Geschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs, der Zwischen- und Nachkriegszeiten, des kulturellen Erinnerungswandels in Stadt und Land und nicht zuletzt in die Geschichte der Bundeswehr.

 

Geschichte lesen mit Anleitung

Doch das Denkmal spricht heute nicht mehr so zu seinen Besuchern, wie es die Erbauer wollten. Entschlüsselungshilfen sind nötig. Angeleitet durch konkrete Frage- und Aufgabenstellungen erarbeiteten sich die Soldaten in Ausbildung den Blick in die Geschichte des Denkmals. Dabei wurde deutlich, dass nicht nur die am Mahnmal platzierten Gedenktafeln der NS-Zeit problematisch sind. Gerade die frühen Zeugnisse im Stein transportieren ein Gedankengut, das wir heute als kriegsverherrlichend und kriegstreiberisch bezeichnen müssen. Auch die pazifistischen Elemente des Gedenkortes mussten dekodiert und „gelesen“ werden.

Wollen wir das oder "Kann das weg"?

Ausgestattet mit neuen Erkenntnissen und Eindrücken aus den unterschiedlichen politischen Strömungen, die sich am Kasseler Mahnmal spiegeln, diskutierten die jungen Soldaten Sinn und Zweck von Erinnerung und Mahnung. Dabei ging es auch um die heutige Rolle der Bundeswehr und die Frage, warum aktuelle Gedenkplaketten am historischen Ort eher schlecht aufgehoben sind.

Text: Dr. Maike Bartsch