Meldungen aus dem Landesverband Hessen
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Butzbacher Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche

Projekttage des Volksbundes mit der Weidigschule auf der Kriegsgräberstätte Nieder-Weisel

Schülerinnen und Schüler der Weidigschule Butzbach während der Spurensuche auf der Kriegsgräberstätte Nieder-Weisel. Landesverband Hessen

In der vergangenen Woche besuchten drei Klassen der Weidigschule Butzbach die Kriegsgräberstätte Nieder-Weisel - bereits im Mai fanden zwei Projekttage mit dem Volksbund Hessen statt.

Die Kriegsgräberstätte Butzbach Nieder-Weisel ist der letzte Ruheort für 519 Kriegstote - die meisten von ihnen waren deutsche Soldaten, die bei Kämpfen, in Lazaretten oder in Kriegsgefangenschaft verstorben sind. Aber auch sowjetische Kriegsgefangene, polnische und sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie deutsche Zivilisten, die bei Luftangriffen ums Leben kamen, sind hier bestattet. Sie alle verstarben zwischen 1944 und 1945, sie waren zwischen zwei und 74 Jahren alt. Angelegt wurde die Kriegsgräberstätte von der US-Armee, die zunächst auch ihre eigenen Toten hier bestatteten.

 

Zunächst begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf der Kriegsgräberstätte auf eine kleine Spurensuche - anhand eines Fragebogens erkundeten sie die dortigen Gräber. Unterschiedliche Themenbereiche und Biografien standen in den anschließenden Gruppenarbeiten im Fokus: das Schicksal der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, der sowjetischen Kriegsgefangenen, der Zivilisten und der deutschen Soldaten, die vor allem in den letzten Wochen und Monaten des Krieges ums Leben kamen. Viele dieser Soldaten verstarben sehr jung. Einer von ihnen war der erst achtzehnjährige Friedrich Ehrke, der im April 1944 in der Nähe von Kassel tödlich verwundet wurde. Familienangehörige von Friedrich Ehrke haben dem Landesverband Fotos und Feldpostbriefe zur Verfügung gestellt,die Teil des Projekttages in Butzbach sind.

Der Landesverband Hessen und die Weidigschule Butzbach können auf eine langjährige Kooperation zurückblicken. Bereits seit über 20 Jahren nehmen regelmäßig die 10. Klassen an den Projekttagen auf der Kriegsgräberstätte teil. Im letzten Jahr gestalteten Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs unter dem Motto „Trotz Menscheit keine Menschlichkeit“ außerdem die Gedenkstunde zum Volkstrauertag in der Paulskirche.