Meldungen aus dem Landesverband Hessen

Volkstrauertag in Hessen - Mit jedem von uns beginnt der Weg in den Frieden

Gemeinsam setzen wir uns für Menschlichkeit, Zusammenhalt und ein friedliches Miteinander ein

Im Vordergrund die Volksbund-Kreisvorsitzende und Stadträtin Dr. Ina Hartwig neben Uwe Becker, dem Hessischen Staatssekretär für Europa und Antisemitismus-Beauftragten, und der Stadtverordnetenvorsteherin in Frankfurt, Hilime Arslaner. Im Hintergrund die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerkräfte der Weidigschule Butzbach, ebenso der Landesvorsitzende Karl Starzacher und Michael Merle, der Bürgermeister von Butzbach. Volksbund/Landesverband Hessen

Nach Jahren der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie fand heute in einer öffentlichen Veranstaltung ohne Beschränkungen die zentrale Gedenkstunde des Landes Hessen in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt.

„Einhundert Jahre nach Einführung des Volkstrauertages ist Europa mit einem erneuten Angriffskrieg konfrontiert. Weltweit fliehen Millionen Menschen vor Gewalt und Krieg, aber auch vor Hunger, den Folgen des Klimawandels und fehlenden Zukunftsaussichten. Das millionenfache Leid der Weltkriege und gegenwärtigen Kriege ist Teil des stillen Gedenkens an diesem Tag und fordert uns alle dazu auf, uns für Menschlichkeit, Zusammenhalt und ein friedliches Miteinander einzusetzen“, so Karl Starzacher, der Landesvorsitzende des Volksbundes in Hessen vor der Gedenkstunde.

Dr. Ina Hartwig, die Kreisvorsitzende des Volksbundes stellte als Kultur- und Wissenschaftsdezernentin der Stadt Frankfurt fest, dass es nicht Aufgabe der Erinnerungskultur sein kann, in den mit dem aktuellen Angriffskrieg verknüpften politischen Fragen eine eigene Position zu entwickeln. "Was die Erinnerungskultur aber kann und tun muss, ist anhand des historischen Beispiels zu warnen und zu mahnen, um dem Bellizismus etwas entgegen zu halten. Sie muss das Grauen des Krieges, das Leid der Opfer in Erinnerung rufen und im öffentlichen Diskurs die Erkenntnis bewahren, dass dies untrennbar mit Krieg verbunden ist.“

In Vertretung des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein sprach für die Landesregierung Uwe Becker, der Hessische Staatssekretär für Europa und Antisemitismus-Beauftragter. Dieser sagte: „Von Deutschland aus ist Krieg, Gewalt und Terror ausgegangen und deshalb ist es umso mehr unser Auftrag, uns dafür einzusetzen, dass sich derartiges nicht wiederholt und dass wir alle aufstehen, wenn Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung neuen Boden zu gewinnen versucht.“

Die Schülerinnen und Schüler der Weidigschule in Butzbach stellten in ihren Beiträgen fest, was für Frieden unentbehrlich ist: „… Kommunikation, sich auszutauschen, sich zusammenzusetzen, zu verhandeln und Kompromisse zu schließen. Genau das, was Demokratie ausmacht. Kommunikative Friedensarbeit besteht aus der Bereitschaft, Konflikte gewaltlos zu klären. Sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und den richtigen Weg Hand in Hand zu beschreiten.“ Selbstkritisch bezogen sie diese Erkenntnis letztlich auch auf sich, denn „der Weg in den Frieden beginnt viel früher, mit jedem von uns. Genau dort müssen wir alle ansetzen.“


Das offizielle Totengedenken, das alle Gedenkstunden des Volkstrauertages beschließt, greift diesen Appell auf. Dort heißt es: „Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land. Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten und teilen ihren Schmerz. Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“

Text: Viola Krause
 

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